Schlagwort-Archive: Basel III

Basel III Kennzahlen

Hartes Kernkapital (Core Tier-1):
Das harte Kernkapital umfasst gemäß Basel III zukünftig nur noch das Grundkapital und einbehaltene Gewinne, da eine Bank nur darauf jederzeit zurückgreifen kann. Stille Einlagen zählen bei Aktiengesellschaften ab 2013 grundsätzlich nicht mehr dazu.

Kernkapitalquote:
Mit Basel III wird die Kernkapitalquote verdreifacht. Die Quote wird berechnet indem man das haftende Eigenkapital (Kernkapital) durch die Summe der Risikopositionen teilt. Je höher der Wert der Kernkapitalquote, desto größer der Anteil des Kreditvolumens, das durch Eigenkapital gedeckt ist.

Liquidity Coverage Ratio (LCR):
LCR hat zum Ziel die Banken gegen kurzfristigen Liquiditätsstress (30 Tage) abzusichern. Sie ermittelt sich aus dem Verhältnis von hochliquiden Aktiva zu Nettomittelabflüssen unter Stress. (Bankspezifische Stressfaktoren sind beispielweise Einlagenabzug und die Ziehung von Kreditlinien.

Net Stable Funding Ratio (NSFR):
NSFR hat die Sicherstellung eines Mindestbestandes an langfristiger Refinanzierung und die Begrenzung der Inkongruenz zwischen Fristenstrukturen von Aktiv- und Passivgeschäft zum Ziel. NSFR ermittelt sich aus dem Verhältnis von „Bestand an stabiler Refinanzierung“ durch die „erforderliche stabile Refinanzierung“ innerhalb eines Stressszenarios im Ein-Jahres-Band.

Leverage Ratio:
Diese Ratio gibt an, in welchem Grad sich ein Unternehmen durch die Aufnahme von Fremdkapital verschuldet hat. Dazu setzt man das bilanzielle Fremdkapital ins Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital.

Die neuen Kennzahlen (KPIs) von Basel III

Die neuen Kennzahlen von Basel III

Für die Ermittlung der wesentlichen Quoten für Eigenkapital, Liquidität und Verschuldungsobergrenze sind unterschiedliche Zeitpläne vorgesehen. Hier ein Gesamtüberblick über die Übergangsregelungen:

Übergangsregeln für die Basel III EInführung - Gesamtüberblick

Übergangsregeln für die Basel III EInführung – Gesamtüberblick

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DELA – Management im Bad Bank Umfeld mit EAM und Lean

Im Rahmen mehrerer Projekte im Umfeld des Management von Abwicklungsanstalten (engl. Deconsolidation Environment) wurden mehrere Kriterien identifiziert, die aus Management-Gesichtspunkten spezifisch adressiert werden müssen:

  1. Eine Abwicklungsanstalt wird aus einer akuten Notlage heraus gegründet. In den ersten Monaten geht es deshalb darum, schnell und effizient die notwendigsten Strukturen aufzubauen und deren Betrieb zu überwachen. Das rasante Wachstum der sich entwickelnden Organisation gilt es effektiv zu steuern und zu überschauen.
  2. Die Gründung einer Abwicklungsanstalt steht immer im Fokus der Politik und Öffentlichkeit. Tiefgreifende Vorgaben seitens der Politik greifen massiv in die Steuerungssysteme der sich bildenden Abwicklungsanstalt ein. Die Einhaltung und Erfüllung öffentlicher, politischer und rechtlicher Anforderungen haben somit oberste Priorität. Diese Situation führt sowohl zu einem exorbitanten Sofort-Aufwand als auch in der Folge zu einem erheblichen Erfüllungs-Nachfolgeaufwand. Planung und Steuerung müssen darauf ausgerichtet werden.
  3. Dringendes Reputationsmanagement Auf der Kundenseite ist für die Abwicklungsanstalt selbst sowie auch insbesondere für die verbleibende Bank intensives Reputationsmanagement notwendig, um das Vertrauen der Marktteilnehmer wiederzuerlangen.
  4. Regulatorische Compliance Die Abwicklungsanstalt ist in Teilen von der Erfüllung der MaRisk und Basel II / III Anforderungen befreit, die verbleibende Bank jedoch nicht.
  5. Parallele Existenz zweier eng verbundener, dennoch selbstständiger Körperschaften (verbleibende Bank und Abwicklungsanstalt).

Auf Grund der meist sehr unübersichtlichen Situation in Verbindung mit hochgradig zeitkritischen Entscheidungssituationen ist ein hochgradig agiler Managementansatz von nöten. Dem Management wird mittels einer DELA (Deconsolidation Environment Lean Architecture) ein einfaches übersichtliches Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem sowohl die verbleibende Bank, als auch die neu gegründete Abwicklungsanstalt überblickt und gesteuert werden kann.

Basis einer DELA ist ein 5-Ebenen Modell, das aus einer adaptierten Enterprise Architecture resutiert. Die fünf Ebenen sind:

Innerhalb der einzelnen Ebenen wird das Lean Prinzip zur Reduktion der Aufwände und zur Maximierung der Effizienz (80-20 Grundastz) angewendet. Insbesondere durch die Vernetzung zwischen den einzelenen Ebenen werden hierbei wichtige Informationen schnell abrufbar. Die Formalisierung der Daten und die strukturierte Vorgehensweise ermöglichen einerseits einen schnellen Überblick und andererseits ebenso schnelle und detailierte Folgeabschätzungen. Damit ermöglicht die DELA dem Management ein sehr agiles Vorgehen und macht eine direkte und zeitnahe Ableitung von Maßnahmen aus der Geschäftsstrategie möglich.