Monatsarchiv: Februar 2013

Die Organisationsebene einer DELA

Die Organisationsebene einer DELA umfasst die Aufbauorganisation der Bank bzw. des Bankenverbundes, das Organigramm, bzw. ein Mapping auf das offizielle Organigramm und zu wichtigen Teil-Strukturen und deren Rollen. (Teil-)Strukturen bezeichnen in diesem Kontext z.B. Bereiche der Organisation wie „Markt“, „Marktfolge“, „Handel“, „Risikocontrolling“, „Internal Audit“ die ebenso wie einzelne Rollen spezielle (regulatorische) Aufgaben erfüllen. Einzelrollen sind insbesondere z.B. „Geschäftsleitung „ „Chief Risk Officer“, Compliance Beauftragter“, aber auch „Geldwäschebeauftragter“, sowie alle weiteren Rollen, denen eine spezifische Verantwortung zugewiesen wird wie z.B. „Stelle für Interessenskonflikte § 33b Abs. 3 WpHG“. Gruppenrollen stellen ähnliche meist regulatorisch geforderte Personenkreise wie „Compliance (MaComp)“, „Betriebsrat“ oder „Market Maker / Skontoführer“; Rollen und Organisationseinheiten können dabei bedarfsabhängig auch bis auf Personenebene gemappt werden um die direkten Verantwortlichkeiten einzelner Personen und Personengruppen klar und explizit darzustellen.

Die Organisationsebene ermöglicht damit eine eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten auf Personenebene. Mit diesem Vorgehen wird in allen Positionen das Bewusstsein für die übertragenen Pflichten, Aufgaben und Verantwortlichkeiten geschärft und die Geschäftsleitung optimal bei der Führung des Unternehmens und der Delegation von Aufgaben unterstützt.

Auswertungen in der Organisationsebene einer DELA ermöglichen eine klare Beantwortung regulatorischer Fragestellungen bezüglich Verantwortungsverteilung. Mögliche Problematiken aufgrund der Verantwortungsdelegation von unvereinbaren Rollen können damit frühzeitig erkannt und vermieden werden. Später wird sich hieraus eine enge Verzahnung mit den in der Risikoebene definierten Risiken über eine Verantwortungszuordnung ergeben (z.B. mittels einer RACI Matrix).

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Die Risikoebene einer DELA

In der Risiko-Ebene einer DELA werden alle relevanten Unternehmensrisiken der Bank bzw. des Bankenverbundes abgebildet und deren potentieller Impact abgeschätzt. Jedem Risiko kann tagesaktuell eine operative und strategische Priorität zugewiesen werden. Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Risiken und Risikoarten werden in Form von Verbindungslinien in einem graphischen Modell dargestellt und beschrieben.

Der Begriff Risiko umfasst hierbei alle Aspekte von Risikoarten.

Diese sind zum einen Geschäftsrisiken wie Reputationsrisiken, regulatorische Risiken  und Refinanzierungsrisiken, aber auch Kreditrisiken wie die Länderrisiken, Konzentrationsrisiken, Kontrahentenrisiken, etc.

Darüber hinaus sind Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und eine Vielzahl operationeller Risiken bis hin zu Risiken als Folge politischer und regulatorischer Vorgaben einzubeziehen. Die verbleibende  Bank und die Abwicklungsanstalt sind in Ihrem Risikomanagement und – steuerung eng verzahnt, und sollten in jedem Fall in der Gründungs- und Startphase einer Gesamtbetrachtung unterzogen werden. Insbesondere negative Nachrichten der verbleibenden Bank führen zu erhöhtem Medieninteresse. Die bedeutet automatisch, dass die Art und Weise der Unternehmenskommunikation über den Erfolg bzw. Misserfolg der medialen und öffentlichen Meinungsbildung der Stakeholder maßgeblich  mitentscheidet. Die zu erwartenden Folgen negativer Berichterstattung äußern sich erfahrungsgemäß in steigendem Druck auf die Kontrollorgane der Abwicklungsanstalt  und weiteren regulatorischen Einschränkungen seitens der Politik.

Ein ungünstiges Stresstest-Ergebnis der verbleibenden Bank (wie das Unterschreiten der Basel II /III Kriterien bezüglich des Tier-I Kapitals) führt beispielsweise zu einer massiv-negativen Pressereaktion. Dies wiederum führt dann aller Voraussicht nach zu weiter verschärften politischen Vorgaben, die sich auch wieder auf die Abwicklungsanstalt auswirken.

Die Risiko-Ebene der DELA erlaubt es dem Management, kurzfristig neue Gewichtungen in der Geschäftssteuerung zu setzen. Die sich dadurch verändernde Risikosituation ist präzise einschätzbar und es können in strukturierter Weise die nötigen Vorgaben für die Detailsteuerung der Geschäftsbereiche vorgegeben werden.